MOOC – das Richtige für mich?

Für viele Arbeitgeber ist eine gute Ausbildung ihrer Mitarbeiter selbstverständlich und eine der wichtigsten Positionen auf dem Lebenslauf.

Aber wie bleibt man als Angestellter auf dem neuesten Stand seiner Interessen, wenn es nicht möglich ist, sich regelmäßig oder in Vollzeit fortzubilden?

In den letzten Jahren haben daher die MOOC-Plattformen verstärkt Zulauf erfahren, da sie durch ihren jederzeit möglichen Einstieg und ihrer großen Themenvielfalt die Möglichkeit bieten, sich in der eigenen Freizeit weiterzubilden.

MOOC – was ist das?

MOOCs sind Massive Open Online Courses, also Kurse, die online angeboten und auch dort durchgeführt werden und für eine große, parallel teilnehmende Masse von Studenten gedacht sind. Die Kurse bieten dabei ein weitgefächertes Feld an Themen, von reinen Hobbyinteressen wie Fremdsprachen, aktuellen Themen wie App-Entwicklung bis zu fortgeschrittenen Studien in der Mathematik.

Die Kursmaterialien werden von den Partneruniversitäten bereitgestellt und beinhalten meistens Video – und Audiodateien, Transkripte der Filme als PDF, digitale Fragebögen, online-Tests und Links zu relevanten Lesematerialien.

Die Unis bieten durch ihre Professoren und Dozenten, die auch tatsächlich in dem Fachgebiet arbeiten, einen digitalen Kurs, der das Thema verständlich erläutert und ohne einem Übermaß an Fachsprache oder einem Vorstudium die Teilnahme ermöglicht.

Die Studenten lernen direkt am PC zu Hause oder unterwegs, und finden in den einzelnen Kursen auch Foren, in denen sie sich austauschen können und in denen direktes Feedback zu den einzelnen Modulen gegeben wird.

Am Ende des Kurses verleihen viele Anbieter Zertifikate oder Diplome, unterzeichnet vom Kursleiter, die auch kostenlos ausgestellt werden.

Was sind die Anmeldebedingungen?

Generell verlangen die Anbieter keine spezifischen schulischen Informationen oder Schulabschlüsse; bei einigen sehr spezialisierten Kursen ist ein Vorwissen auf mittlerem Niveau allerdings von Vorteil.

Das Prinzip hinter den MOOCs besteht darin, dass es jeder Person ermöglicht werden soll an einer Weiterbildung teilzunehmen, ohne sich vollzeitig und durch den üblichen Weg in einer Universität einschreiben zu müssen.

Da viele MOOCs (und ihre Partner) in Übersee ihren Ursprungsort haben, sollte vorher geprüft werden, ob die Kurse in der eigenen Sprache angeboten werden, oder ob sie zum Beispiel nur auf Englisch stattfinden. Für viele Studenten ist Englisch nicht die native Sprache, es hat sich aber in den meisten internationalen Kursen durchgesetzt.

Ansonsten sollte man einen Computer mit Video – und Audiokarten besitzen, und eine gute Internetanbindung. Die Formate in denen Hausaufgaben und ähnliches eingesendet werden, sind die in den Office-Paketen üblichen. Viele Tests können auch direkt online eingetippt werden.

Was kostet es?

Ein Großteil der MOOCs bieten ihre Kurse kostenlos an, während es gleichzeitig die Möglichkeit gibt, einen besonderen „Track“ zu buchen, also denselben Kurs als verifizierter Student abzuschließen.

Dies wird zum Beispiel durch eine ID-Ausgabe und Tastaturerkennung durchgeführt, die den Studenten persönlich ausweisen. Diese Tracks sind kostenpflichtig, bieten am Ende aber ein besonderes Zertifikat und können mit dem Abschluss sogar anerkannte Credit Points innerhalb des European Credit Transfer and Accumulation System (abgekürzt ECTS) inkludieren.

Gibt es eine Altersbeschränkung?

Es liegen meistens keine Altersbeschränkungen vor; aufgrund des Studieninhalts sind viele MOOCs für sehr junge Schüler aber möglicherweise unpassend.

Auf der anderen Seite werden nützliche Lehrprozesse wie das korrekte Lesen und Hervorheben von Texten, das Schreiben von Dissertationen und Zusammenfassungen wie auch der Austausch von peer-reviews (Gutachten durch Kollegen) gelehrt, die im späteren (Schul-)Leben nützlich sein können.

Das Niveau der Kurse orientiert sich zumindest an den Oberschulen, und eine gewisse Vorkenntnis und Allgemeinbildung sollte vorhanden sein.

Nach oben sind dem Teilnahmealter keine Grenzen gesetzt.

Wieviel Zeit muss ich investieren?

Der Zeitaufwand ist unterschiedlich und ist abhängig von der Kurslänge und dem individuellen Inhalt an. Es gibt Kurse die für eine sechs-wöchige Laufzeit vier Stunden pro Woche an Studienzeit empfehlen, während andere wiederum von zehn bis zwölf Stunden ausgehen. Der Unterschied liegt darin, ob viele externe Materialien hinzugezogen werden müssen, ob Projekte außerhalb des Kurses durchgeführt werden (Programmierung, Interviews) oder ob der Kurs allein durch das Ansehen der Videos und eines finalen Tick-Tests abgeschlossen werden kann.

Auf jeden Fall werden die Dozenten in der Einführung auf solche Fragen eingehen und oft findet man Antworten zum zeitlichen Aufwand gleich auf der Homepage in den FAQs (häufig gestellten Fragen).

Welche MOOC ist der Beste für mich?

Eine Frage, die mit Sicherheit schwierig zu beantworten ist. Es ist eine Frage des Angebots und vielleicht auch des Geschmacks. Generell sind Kurse, die schon zum zweiten oder dritten Mal angeboten werden, ein Indikator von gut durchdachter Kursführung und ihrer Beliebtheit.

Man sollte sich in Ruhe die Homepage durchlesen, die Kursmaterialien durchblättern und auch online-Bewertungen von ehemaligen Teilnehmern lesen. Die Universitäten reagieren oft schnell und tatkräftig auf konstruktive Kritik, und viele versenden am Ende des Kurses eine Umfrage zur Zufriedenheit.

Auch wenn die Kurse kostenlos sind, man investiert immerhin seine Zeit und sollte sich während des Studiums wohlfühlen. Die MOOCs funktionieren unter dem Banner der Chancengleichheit und des freien Meinungsaustauschs, und die Administratoren der Foren werden bei Verstößen gegen die Gruppen-Regeln schnell aktiv.

Was sind diese Kurse wert?

Das Abschlusszertifikat eines MOOCs ist nicht einem offiziellen Studienabschluss gleichzustellen. Aber ein solcher Kurs kann oft der erste Schritt in ein Wissensgebiet sein, das einem bisher verschlossen geblieben ist. Die umfangreiche Auswahl an Fachbereichen und Themen fordert geradezu dazu auf, sich neues Wissen anzueignen, und eine große, internationale Community bringt durch eigene Vorschläge und Ideen oft weitere Impulse mit sich.

Die Qualifikation am Ende des Kurses bestätigt auf jeden Fall, dass man sich mit der Materie beschäftigt hat und die Ausdauer besitzt, sich tatkräftig und über einen längeren Zeitraum neues Wissen anzueignen. Auch für Arbeitgeber und Personalentscheider setzt es ein positives Zeichen, wenn Mitarbeiter sich durch Eigeninitiative in aktuellen Themen weiterbilden.

Die Teilnahme an einem MOOC kann viele Auswirkungen haben, es bleibt vor allem das befriedigende Gefühl am Ende des Kurses dass man etwas Eigenes erreicht hat, egal wie viele Jahre seit dem letzten Schulbesuch her sind.

Oft bleiben Studenten nicht nur bei einem Kurs und schreiben sich im Anschluss in einen weiteren Kurs auf der Plattform ein. Newsletter, die regelmäßig von den Anbietern verschickt werden, geben die neuesten Kurse aus einer Auswahl bekannt, die aufgrund ähnlicher Interessen zusammengestellt wurde.