Arbeitszeitflexibilisierung: Vorteile zeigen sich rasch

Seit etwa drei Jahrzehnten räumen Arbeitgeber in Deutschland ihren Beschäftigten Gestaltungsfreiheit bei der Verteilung ihrer Arbeitszeit ein. Die Arbeitszeitflexibilisierung Vorteile genießen beide Partner.

Nicht immer waren in der Vergangenheit Beschäftigte eines Unternehmens begeistert, wenn ihr Arbeitgeber ihnen Gestaltungsfreiheit bei der Verteilung ihrer Arbeitszeit anbot. In Firmen, in denen eine Zeiterfassung nicht üblich war, weil der Chef sich auf die Pünktlichkeit seiner Mitarbeiter verließ, wurde die „Stempelkarte“, wie sie in den ersten Jahren der „Gleitzeit“ hieß, als diskriminierendes Kontrollinstrument empfunden. Das galt um so mehr in Einrichtungen, in denen einer meist kleinen Gruppe von Beschäftigten das „Stempeln“ erlassen wurde, weil sie in besonderer Nähe von Führungskräften tätig war. Die Sekretärin eines hochrangigen Managers, die ihre Anwesenheit im Büro schon immer mit dem Chef abgestimmt hatte, ist ein klassisches Beispiel. Dass von Kräften, die nicht auf der Führungsebene Ebene eingesetzt waren, nun plötzlich ein Nachweis über Kommen und Gehen verlangt wurde, galt vielen als Misstrauensvotum. Das hat sich in zwischen gründlich geändert.

Es gibt viele Modelle flexibler Arbeitszeitgestaltung. Ein Merkmal kennzeichnet aber alle: Arbeitszeitflexibilisierung. Vorteile genießen beide Partner. An der Chefsekretärin wird das deutlich. Sie ist da, wenn sie gebraucht wird, gegebenenfalls bis in den späten Abend hinein, und sie kann sich, natürlich in Absprache mit dem Vorgesetzten, Freiräume für ihr Privatleben schaffen, für einen Gesundheitscheck beim Arzt zum Beispiel, aber auch für den Stadtbummel mit der Freundin. Im großen Maßstab funktioniert das auch in Produktionsbetrieben, die sich bei der Erfüllung eines Großauftrages auf ihre Belegschaft verlassen können, bei Flauten aber niemanden entlassen müssen.

Die Gleitzeit hat sich inzwischen in vielen Unternehmen durchgesetzt. Die Beschäftigten haben sich an die Zeiterfassung gewöhnt und schätzen ihre Arbeitszeitflexibilisierung. Vorteile.: Der Arbeitstag beginnt nicht mehr pünktlich um acht Uhr, sondern an dunklen Wintertagen vielleicht erst eine Stunde später, im heißen Sommer dagegen so früh, wie der Gleitbereich es zulässt. Bestimmte Kernzeiten mit Anwesenheitspflicht aber erlässt kein Arbeitgeber seinen Beschäftigten. Denn ein reibungsloser Arbeitsablauf muss gewährleistet bleiben.